Krankheitsbild: Osteoporose

Krankheitsbild: Osteoporose

Osteoporose ist die häufigste Knochenerkrankung bei älteren Menschen, sie tritt meist bei Frauen nach der Menopause auf.

Was ist Osteoporose?

Osteoporose ist eine Knochenstoffwechselerkrankung, beider sich die Knochenstruktur abbaut. Der Knochen verliert an Stabilität. Das Risiko, dass die Knochen unter der Last des Körpers brechen, steigt. Die häufigsten Knochenbrüche in Folge einer Osteoporose sind:

  • Wirbelkörper-Einbrüche
  • Oberschenkelbrüche in der Nähe des Hüftgelenks
  • Speichenbrüche in der Nähe des Handgelenks
  • Oberarmkopfbrüche
  • Beckenbrüche

Osteoporose verläuft zunächst symptomlos. Im Falle eines Knochenbruchs führt sie zu Schmerzen, Bettlägerigkeit und manchmal dauerhafter Immobilisierung. Nach der ersten Fraktur steigt das Risiko weiterer Frakturen sprunghaft an.

Man unterscheidet zwischen primärer und sekundärer Osteoporose:

  • Primäre Osteoporose: Die Mehrheit der Patienten erkrankt an primärer Osteoporose. Sie entsteht ohne erkennbare Ursachen, meistens jedoch im Alter (bei Männern) oder nach der Menopause (bei Frauen).
  • Sekundäre Osteoporose: Auslöser der sekundären Osteoporose ist eine andere Grunderkrankung, z.B. Hormonstörungen, Stoffwechselstörungen und Tumorerkrankungen. Sie kann auch in Folge einer medikamentösen Behandlung auftreten.

Zu den Risikofaktoren für Osteoporose gehören:

  • Bewegungsmangel
  • Kalziumarme Ernährung
  • Vitamin-D-Mangel
  • Nikotin
  • Alkohol
  • Untergewicht (BMI<20)
  • Östrogenmangel
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Medikamente, z.B. Cortison

Osteoporose ist die häufigste Knochenerkrankung im höheren Lebensalter. 80% aller Betroffenen sind Frauen nach der Menopause.

Welche Symptome deuten auf Osteoporose hin?

Osteoporose zeigt im Frühstadium kaum Beschwerden. Die Krankheit lässt sich zwar sehr gut diagnostizieren, Symptome sind aber erst sehr spät zu erkennen:

  • Bei fortgeschrittener Osteoporose treten Beschwerden wie Schmerzen im Knie oder im Rücken auf.
  • Knochenbrüche nach harmlosen Stürzen sind ein eindeutigeres Zeichen für eine fortgeschrittene Osteoporose.
  • Als typische Osteoporose-Symptome gelten Knochenbrüche ohne Auslöser, vor allem Brüche in Hüftnähe, im Ober- und Unterarm sowie Brüche der Wirbelkörper.

Mit jedem Knochenbruch erhöht sich das Risiko für weitere Frakturen.

Wie wir Osteoporose behandeln

Trotz der Komplexität der Krankheit, lässt sich Osteoporose sehr gut behandeln.

Zunächst untersuchen wir Sie eingehend, nutzen bildgebende Diagnostik wie Röntgen oder MRT und führen eine Labordiagnostik durch. Bei ersten Anzeichen auf Osteoporose führen wir eine Knochendichtemessung durch.  Bei der DXA-Messung (Dual-Röntgen-Absorptiometrie). handelt es sich um ein bildgebendes Diagnoseverfahren. Dazu nutzen wir zwei Röntgenquellen gleichzeitig. Die Untersuchung

  • ist nicht invasiv und stellt für Sie keine Belastung dar.
  • dauert nur wenige Minuten.
  • liefert zuverlässige Ergebnisse.

Osteoporose vorbeugen:
Das Risiko an Osteoporose zu erkranken, lässt sich durch folgende Maßnahmen einschränken:

  • Gesunde Lebensweise
  • Ausreichend Bewegung an frischer Luft und bei Sonne (Vitamin D)
  • Eiweißreiche Ernährung

Konservative Therapien (ohne Operation)

Die konservative Behandlung von Osteoporose steht bei uns im Vordergrund. Erst bei akuten Anzeichen und wenn alle konservativen Methoden ausgeschöpft sind, greifen wir auf operative Methoden zurück.

  • Medizinische Behandlung mit Infusionen
    Einmal jährlich erhalten Sie eine Infusion mit dem Wirkstoff Zoledronsäure. Dieser Wirkstoff hemmt den Abbau von Knochengewebe. Die Infusion wirkt ebenso gut wie tägliche Medikamenteneinnahme, muss aber nur einmal pro Jahr verabreicht werden.
  • Lokale Injektionen
    Ähnlich wie bei der Infusion behandeln wir Sie medikamentös. Der Wirkstoff wird gezielt über eine Injektion verabreicht. Alle sechs Monate erhalten Sie eine weitere Spritze.
  • Korsettversorgung
    Mit einem speziell angefertigten Rückenkorsett (Rücken-Orthese) entlasten wir Ihre Knochen. Gleichzeitig verhilft das Tragen eines Korsetts zu einer aufrechten Körperhaltung bei und stärkt die Muskulatur.
  • Physikalische Medizin in Einzel- und Gruppenanwendung
    • Mooranwendung
    • Elektrotherapie
    • Ultraschall
    • Manuelle Therapie
    • Medizinische Trainingstherapie
    • Sport- und Bewegungsprogramme
    • Rückenschule
    • Entspannungstherapie
    • Aktive und passive Muskelaufbauübungen

Operative Therapien

  • Kyphoplastie
    Die Kyphoplastie ist ein minimalinvasives Verfahren zur Behandlung von Wirbelbrüchen durch Osteoporose. Wir platzieren auf der Höhe des Bruches zunächst eine Kanüle in der Haut. Durch die Kanüle führen wir eine Hohlnadel in den betroffenen Wirbel. Durch sie injizieren wir anschließend Knochenzement. Der Knochenzement härtet schnell aus und der poröse Wirbelkörper ist wieder aufgebaut und stabil.
  • Versteifungen
    Bei komplizierteren Wirbelbrüchen (z.B. mit Splittern) ist vor der Operation eine Stabilisierungsmaßnahme nötig. Mit einer so genannten Versteifung bewahren wir den gebrochenen Wirbel vor weiterer Belastung. Dazu werden Schrauben ober- und unterhalb des Wirbels angebracht und mit einem Stab verbunden.
  • Wirbelkörperersatz
    In seltenen Fällen müssen wir den beschädigten Wirbelköper teilweise oder ganz entfernen. Als Wirbelkörperersatz dient ein künstlicher Wirbelkörper (Titan- oder Kunststoffgestell). Er gewährleistet den Abstand zwischen den Wirbeln und stellt die Stabilität wieder her.

Wenn nötig, leiten wir direkt im Anschluss an die akutstationäre Behandlung Rehabilitationsmaßnahmen ein.

Wer Sie behandelt

Dr. med. Jacqueline Repmann

Dr. med. Jacqueline Repmann

Ärztliche Direktorin, Chefärztin der Klinik für Orthopädie

Prof. Walter Bini

Prof. Walter Bini

Oberarzt der Klinik für Orthopädie (Wirbelsäulenerkrankungen)

Wie Sie uns kontaktieren können

Patientenkoordinatoren

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MEDICLIN Waldkrankenhaus Bad Düben